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09.12.2018



Ein guter Rat zum Abschied




Von Katja Gesche


Gerhard Knapp hört nach 30 Jahren und elf Monaten als Wehrführer in Krumbach auf. Uwe Kollmer folgt ihm nach.



KRUMBACH - Ein Ära ging am Freitag bei der Krumbacher Freiwilligen Feuerwehr zu Ende. Nach 30 Jahren und elf Monaten, die er der Fürther Ortsteilwehr vorstand, übergab Gerhard Knapp den Posten an seinen Nachfolger Uwe Kollmer.


Nach seinem 30. und letzten Wehrführerbericht, in dem Knapp auf die Ereignisse im vergangenen Jahr zurückblickte und etwas mehr Disziplin beim Besuch der Übungen anmahnte, richtete er persönliche Worte an seine Feuerwehrkollegen. Mit spürbarer Rührung dankte er für das Vertrauen, das ihm die Feuerwehrmänner und -frauen über all die Jahre entgegengebracht hatten.


Bei seinen vielen Einsätzen hatte er schöne, aber auch schlimme Erfahrungen gemacht. Besonders Unfälle mit Toten seien für ihn und die Kameraden eine schwere Belastung. Daher riet Knapp den ehrenamtlichen Brandschützern eindringlich: „Es ist gerade nach solchen Einsätzen wichtig, danach zusammen zu sein, zu essen und trinken und über das Erlebte zu sprechen.“


Knapp hat mit seinen 58 Jahren zwar noch etwas Zeit, bis er aus der aktiven Wehr ausscheiden muss. „Aber ich habe das ganze über 30 Jahre lang gemacht. Es war einfach an der Zeit“, fand er.


Begonnen hatte Knapps Feuerwehrlaufbahn 1973, als er in die Jugendfeuerwehr eintrat. Er ist seit 40 Jahren in der aktiven Wehr engagiert und erhielt dafür am Freitag auch eine Anerkennungsprämie. Außerdem ist er zweiter Vorsitzender im Vorstand des Feuerwehrvereins.


Dazu kommt, dass Knapp bis 2013 zwanzig Jahre lang den Posten des Gemeindebrandinspektors inne hatte. All dies verlangte auch seiner Familie einiges ab. Doch abschreckend wirkte es offenbar nicht, hat Knapp doch die Leidenschaft für die Wehr an seine beiden Söhne weitergegeben.


Auch wird Knapp nicht ganz aus der Leitung der Wehr ausscheiden. Er ist ab sofort zusammen mit Alex und Hans-Peter Knapp sowie Jonas Hess Beisitzer im Wehrausschuss.


Eine Sache ist Knapp im Rückblick auf seine Leitungsfunktionen wichtig. „Ich bin sehr froh, dass ich weder als Wehrführer noch als Gemeindebrandinspektor den Verlust eines Feuerwehrmitgliedes beklagen musste.“


Nun hat Uwe Kollmer die Aufgabe, die Krumbacher Wehr zu führen. Dem neuen Wehrführer steht als Vertreter Christian Müller zur Seite. Kollmer betonte in seiner Ansprache, er wolle Erreichtes bewahren und ausbauen. „Sollte irgendwo der Schuh drücken, ich habe immer ein offenes Ohr“, wandte er sich an seine Kameraden.


Kollmer ist Ortsvorsteher von Krumbach. Der 40-Jährige hat nicht die typische Feuerwehrlaufbahn von der Jugendfeuerwehr hin zur aktiven Einsatzgruppe durchlaufen. Er stieß erst 2010 zur Feuerwehr, da er sich zuvor intensiv dem Handballspiel gewidmet hatte. Dann aber hat sich der Industriemechaniker nicht nur in Krumbach, sondern auch als ehrenamtliches Mitglied einer Werksfeuerwehr mit Lehrgängen intensiv weitergebildet. Vor seiner Wahl zum neuen Wehrführer hatte er mehrere Jahre das Amt des Stellvertreters inne.


Für Kollmer ist es die Beziehung zu seinem Heimatort Krumbach, die ihn zu seinem ehrenamtlichen Einsatz sowohl als Ortsvorsteher wie auch in der Feuerwehr motiviert. „Mir liegt einfach viel an dem Ort hier.“



Quelle: https://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/fuerth/ein-guter-rat-zum-abschied_19520401#